Die X-Funktionen in Origin 8 bieten ein allgemeines Framework zum Erstellen von Hilfsmitteln zur Datenverarbeitung. Da dem Endanwender u.a. eine grafische Oberfläche und Möglichkeiten zur Skriptprogrammierung bereits zur Verfügung gestellt werden, kann er sich auf die Kernfunktionalität konzentrieren -- die Eingabe- und Ausgabevariablen, den Algorithmus und die Kodierung der Operation etc.
Anwender von Origin können ihre eigenen X-Funktionen erstellen, um ein feldspezifisches oder benutzerdefiniertes Datenverarbeitungshilfsmittel hinzuzufügen. Anwender können auch die von OriginLab programmierten X-Funktionen verändern und sie ihren eigenen Bedürfnissen anpassen. Wenn eine X-Funktion erstellt oder verändert wurde, kann sie einfach anderen Kollegen und Origin-Anwendern zur Verfügung gestellt werden.
X-Funktionen können mit Hilfe des Dialogfelds X-Funktion-Builder (im Menü Hilfsmittel) erstellt und bearbeitet werden (Hilfsmittel: X-Funktion Builder).

X-Funktionen werden im XML-Format mit der Dateiendung *.OXF gespeichert. Die Dateien werden in dem dem Unterordner \X-Functions des Origin-Programmordners und des Anwenderdateiordners nach Kategorie organisiert. Wenn Sie eine neue X-Funktion erstellen, können Sie, wenn Sie möchten, eine neue Kategorie im Bereich der Anwenderdateien erstellen.
Die .OXF-Datei hat vier Schlüsselbereiche, von denen jeder einzelne mehrere Knoten und Unterknoten im XML-Baum enthalten kann.
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Diese Punkte definieren die Variablen der X-Funktion wie Eingabe und Ausgabe und Parameter, die Auswahlmöglichkeiten für die Operation bieten. Die Variablenknoten enthalten Informationen über den Datentyp, Standardwerte und eine Beschreibung des Anwendungsbereichs und -zwecks der Variable.
Die Kernkomponente jeder X-Funktion ist eine Origin C-Funktion, die die eigentliche Operation ausführt. Das Erstellen und Modifizieren von X-Funktionen benötigt daher eine gewisse Kenntnis der Origin C-Programmierung. Origin bietet eine Sammlung von Funktionen unterschiedlicher Bereiche wie Importieren, Zeichnen, Datenverwaltung und Datenanalyse. Diese Funktionen können beim Schreiben des Codes von X-Funktionen von der Origin C-Programmierumgebung aufgerufen werden.
Origin 8 beinhaltet außerdem die NAG Mark 7 Numerical Library, die eine riesige Sammlung numerischer Funktionen zur Verfügung stellt. Auf diese Funktionen kann auch mit Origin C-Code zugegriffen werden, und sie können daher beim Erstellen von X-Funktionen verwendet werden. Weitere Informationen über das Programmieren mit Origin C-Code finden Sie in der Programmierungshilfe. Ein praktischer Weg zum Verstehen von Origin C im Zusammenhang mit X-Funktionen ist es, sich den in den X-Funktionen enthaltenen Code noch einmal anzusehen.
Dies ist ein spezieller Knoten im XML-Baum, der festlegt, wie der Anwender mit der X-Funktion interagiert. Der Ersteller der X-Funktion kann z.B. entscheiden, ob die X-Funktion über ein Menü verfügbar ist, welche Art von Origin-Fenstertypn verwendet werden können und ob die X-Funktion vom Skript aus aufrufbar sein soll. Einzelheiten zu den verschiedenen Optionen können Sie sehen, wenn Sie die X-Funktion im Modus der Baumansicht im Dialogfeld X-Funktion Builder anzeigen.
Die Datei der X-Funktion kann eine Dokumentation enthalten inklusive einer kurzen Beschreibung der Funktion, Beispiele zu ihrer Verwendung mit Hilfe von LabTalk-Skript, detaillierte Beschreibungen der Operationen und Algorithmen usw. Einige Komponenten der Dokumentation sind über mehrere Knoten des Baums verteilt. Informationen zum Anwendungsbereich und zu den Bedeutungen jeder Variablen sowie ihrer Standardwerte usw. sind beispielsweise in den Unterpunkten jeder Variable enthalten. Abschnitte mit detaillierte Beschreibungen, Eiinzelheiten der Algorithmen und Referenzen sind in den allgemeinen Hilfsknoten enthalten. Diese Informationen sind im XML-Baum als Microsoft Word-Dokumente in binärem Format eingebettet.
X-Funktion-basierte Skriptbefehle wie xf2doc und doc2xf werden zur Verfügung gestellt, so dass der Anwender der XML-Datei Dokumentation hinzufügen kann und solche Informationen extrahiert, bearbeitet und zurückgegeben werden können. Bestimmte Hilfeinformationen wie die "Kurzbeschreibung" und der Befehlszeilennutzungskontext werden dem Anwender im Befehlsfenster angezeigt, wenn er eine Kurzbeschreibung der X-Funktion anfordert. Für X-Funktionen, die mit dem Produkt geliefert werden, ist eine detaillierte Hilfe in einem kompilierten HTML-Hilfeformat (CHM) verfügbar (Hilfe: X-Funktionen). Für von Benutzern erstellte X-Funktionen ist ein eigenes Hilfsfenster verfügbar, mit welchem dem Endanwender detaillierte Hilfsinformationen angezeigt werden können.